Das Käppele auf dem Glöckenberg in Weilersbach

Ein echtes Schmuckstück – seit nunmehr über hundert Jahren steht das Käppele am Rande des Glöckenberg-Waldes in herrlicher Lage.
Die Zeit der beiden Weltkriege im 20. Jahrhundert, von 1914 bis 1918 und 1939 bis 1945 hat das Käppele unbeschadet überdauert. Auch die darauffolgenden Ereignisse, die Fällung des schützenden Glöckenberg Waldes im Zuge des sogenannten Franzosenhiebes, welcher auf Anordnung der Französische Besatzungsmacht im Mai 1948 durchgeführt wurde sowie zwei schwere Stürme in den Jahren 1967 und 1999 (Sturm "Lothar"), hat das kleine Käppele bis in die heutige Zeit hinein überstanden.
Im Jahre 1911 fällte der damalige Oberförster Sturm eine alte Tannenmutter auf dem Glöckenberg. Die Tanne stand damals im privaten Waldstück des Weilersbacher Landwirts Heinrich Heini, im Volksmund d´Davide Heiner genannt. Das ehemalige Davide-Haus stand im Oberdorf, heute Längentalstraße 11. Der Vater des Heinrich Heini, David Heini, war Namensgeber für den alten Weilersbacher Haus- und Ortsnamen s´Davide.
Zusammen mit seinem Bruder Johann errichtete Heinrich Heini aus dem Holz der alten Tannenmutter die kleine Kapelle mit Schindelbeschlag und Glockentürmchen auf dem Glöckenberg.
An Christi Himmelfahrt, den 25. Mai 1911 wurde das Käppele durch den damaligen Ortsgeistlichen Pfarrer Wilhelm Becker (Ehrenbürger von Weilersbach) feierlich eingeweiht.
Ein Stück Heimat – über Jahrzehnte hindurch von Weilersbacher Bürgerinnen und Bürgern gepflegt, ist das Käppele nach wie vor ein Spaziergangsziel für Jung und Alt. Wobei seit jeher für Kinder das Läuten der kleinen Käppeleglocke selbstverständlich dazugehört.
Noch heute führt die alljährliche Öschprozession am Himmelfahrtstag von der Pfarrkirche aus die Wilhelm-Becker-Straße hoch zum Flurkreuz ´Dikebuebe´ beim Gewann Bildwiesen an der Villinger Kreuzung, weiter durch den Ortsteil Krawatte bis zum Saiasse-Wegekreuz beim Bohlwald und weiter mit Station beim Käppele. Von dort über den Glöckenbergweg zum Balze-Wegekreuz und wieder zurück zur Pfarrkirche.
(Verfasser: Michael Wursthorn)









